Auf Märkten geht es nicht nur um Zahlen. Sie bestehen auch aus Emotionen: Angst, Euphorie, Ungeduld, Zweifel, Panik und Selbstüberschätzung. Die Massenstimmung versucht, diese kollektive Dimension zu messen.
Wenn zu viele Anleger gleichzeitig dasselbe denken, wird der Markt oft anfälliger. Eine sehr optimistische Masse kann weiterhin die Preise in die Höhe treiben, aber auch zu Überschüssen führen. Eine sehr pessimistische Stimmung kann mit einem Rückgang einhergehen, kann aber auch auf einen Bereich hinweisen, in dem viele Verkäufer bereits verkauft haben.
Wenn man die Stimmung der Masse versteht, kann man vermeiden, Popularität mit Chancen zu verwechseln.
Was bedeutet Massenstimmung?
Die Stimmung der Masse entspricht der vorherrschenden emotionalen Verfassung der Anleger. Es kann optimistisch, pessimistisch, neutral oder instabil sein. Auf den Kryptomärkten zeigt sich dies in offenen Positionen, Finanzierung,Long/Short Ratio, soziale Medien, Volumina, Google-Suchen und wie der Markt auf Nachrichten reagiert.
Diese Vorstellung besagt nicht, dass die Masse immer falsch liegt. Ein starker Trend zieht logischerweise immer mehr Menschen an. Aber je extremer der Konsens wird, desto mehr müssen wir uns fragen, ob die Bewegung nicht schon zu offensichtlich ist.
Der Markt möchte selten jedem gleichzeitig eine einfache Gelegenheit bieten. Hier kommt das Gefühl zum Tragen.
Warum die Menge die Preise beeinflusst
Die Preise steigen, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, aber diese Nachfrage wird oft von Emotionen beeinflusst. Wenn Anleger befürchten, eine Bewegung zu verpassen, kaufen sie schneller, manchmal ohne auf ein gutes Niveau zu warten. Wenn sie in Panik geraten, verkaufen sie manchmal zum ungünstigsten Zeitpunkt.
Die Menge kann somit die Bewegungen verstärken. Ein Anstieg erregt Aufmerksamkeit, die Aufmerksamkeit zieht neue Käufer an, und dann befeuern diese Käufe den Anstieg. Beim Rückgang gibt es den gleichen Mechanismus: Ein Rückgang verursacht Angst, Angst verursacht Verkäufe, und diese Verkäufe verstärken den Rückgang.
Das Problem entsteht, wenn die Bewegung zu sehr von dieser kollektiven Emotion abhängig wird. Wenn bereits alle auf der gleichen Seite sind, gibt es manchmal nur noch wenige neue Käufer oder Verkäufer, die den Preis weiter drücken könnten.
Anzeichen von Euphorie
Euphorie entsteht, wenn Anleger zu selbstsicher werden. Steigerungen werden als normal angesehen, Risiken minimiert und Preisziele immer ambitionierter. Im Kryptobereich zeigt sich dies in einer sehr positiven Finanzierung, einem sehr langfristigen Long/Short Ratio, einer Explosion von Diskussionen und einem Anstieg verspäteter Käufe.
Euphorie kann anhalten. Es wäre gefährlich zu verkaufen, nur weil der Markt optimistisch ist. Doch die Euphorie deutet darauf hin, dass das Risiko zunimmt. Die Korrekturen werden heftiger, weil viele Positionen auf der gleichen Idee aufbauen.
In diesen Zeiträumen ist es sinnvoll, die zu überwachenKäufer-/Verkäuferdruck. Wenn die Euphorie zunimmt, die echten Käufer aber schwächer werden, wird das Signal fragiler.
Anzeichen von Angst
Angst entsteht, wenn sich Anleger nicht mehr trauen, zu kaufen, ihre Positionen zu schließen oder sich übermäßig abzusichern. Schlechte Nachrichten werden verstärkt, Rebounds werden verkauft und Reden werden sehr negativ.
Angst kann wie Euphorie anhalten. Ein Markt kann schwach bleiben, selbst wenn alle pessimistisch sind. Aber wenn die Angst extrem wird und die Verkäufer an Intensität verlieren, ist eine Erholung möglich. Es geschieht nicht automatisch, aber es ist ein Bereich, auf den man achten sollte.
DERLiquidationen, Kapitulationsvolumina, die Reduzierung des Leverage und die Stabilisierung auf der Unterstützung können dabei helfen, eine Angst, die immer noch gefährlich ist, von einer Angst zu unterscheiden, die langsam absorbiert wird.
So nutzen Sie diese Informationen
Das Gefühl der Menge dient vor allem dazu, ihre Vorsicht anzupassen. Wenn alle optimistisch sind, sollten Sie es vermeiden, planlos dem Gewinn nachzujagen. Wenn alle pessimistisch sind, sollten Sie vermeiden, nur aus Emotionen zu verkaufen.
Diese Lesart ist oft konträr, aber nicht auf mechanische Weise. Contrarian zu sein bedeutet nicht, systematisch gegen die Masse vorzugehen. Dies bedeutet, dass man sich fragen muss, ob der Konsens bereits in den Preisen verankert ist.
Ein guter Reflex besteht darin, die Stimmung mit der allgemeinen Richtung, Kapitalflüssen, technischen Zonen und Liquidationen zu vergleichen. Wenn mehrere Elemente die gleiche Geschichte erzählen, wird die Analyse robuster.
Häufige Fehler
Der erste Fehler besteht darin, zu glauben, dass eine optimistische Stimmung immer pessimistisch ist. Bei einem starken Trend kann Optimismus die Bewegung lange Zeit begleiten. Entscheidend ist der Überschuss und die Abweichung von den tatsächlichen Daten.
Der zweite Fehler besteht darin, Angst mit Chance zu verwechseln. Ein Markt kann aus guten Gründen pessimistisch sein. Wir müssen daher auf Anzeichen einer Absorption, Stabilisierung oder Rückkehr der Käufer warten.
Der dritte Fehler besteht darin, sich kontaminieren zu lassen. Die Stimmung der Menge zu erkennen ist nur dann sinnvoll, wenn man Abstand hält. Andernfalls verspüren wir am Ende die gleichen Emotionen wie alle anderen.
Grenzen, die es zu beachten gilt
Das Gefühl ist schwer genau zu messen. Soziale Medien können laut sein, Umfragen können voreingenommen sein und einige Indikatoren repräsentieren nur einen Teil des Marktes. Es sollte daher als Hinweis und nicht als absolute Wahrheit verwendet werden.
Das Gefühl kann sich auch sehr schnell ändern. Eine makroökonomische Ankündigung, eine Bewegung bei Bitcoin, eine Entscheidung überETFsoder eine Liquidationswelle kann die Marktstimmung innerhalb weniger Stunden umkehren.
Richtig eingesetzt hilft das Gefühl der Menge dabei, den Durchblick zu behalten. Er erinnert uns daran, dass der Markt nicht nur eine Reihe von Diagrammen ist, sondern ein Raum, in dem kollektive Emotionen oft die besten Chancen und die größten Fallstricke schaffen.
